Geschlechter in der Sachkundeprüfung: was dich erwartet

Der Fragenkatalog der Tierärztekammer Nordrhein gilt seit dem 1. Januar 2025 und ist seit dem 1. März 2025 verbindlich. Aus 197 Fragen in 20 Themengebieten werden in der Prüfung 30 gezogen.

Dieser Block enthält die meisten harten Zahlen des ganzen Katalogs – und die werden direkt abgefragt:

KennzahlWert
Erste Läufigkeitzwischen 6 und 12 Monaten
Dauer der Trächtigkeit57 bis 63 Tage
Läufigkeitmeist zweimal jährlich, etwa 3 Wochen
Deckbereite Tage („Stehtage“)wenn der Ausfluss heller wird

Bei 7 der 10 Fragen ist mehr als eine Antwort richtig – nur drei haben genau eine Lösung. Im gesamten Katalog sind es 154 von 197 Fragen mit Mehrfachantworten.

Bei 7 der 10 Fragen ist mehr als eine Antwort richtig. Im Gesamtkatalog sind es 154 der 197 Fragen. Lies jede der Optionen einzeln und entscheide für jede getrennt, ob sie stimmt.

Richtige AntwortenAnzahl Fragen
eine3
zwei4
drei3
Entspannter Hund liegt neben seiner Halterin im Wohnzimmer

Teste dich selbst: 10 Fragen zu Läufigkeit und Kastration

Der Test enthält genau die Fragen, die auch in der Prüfung vorkommen können. Du kannst ihn beliebig oft wiederholen. Danach findest du unten alle Fragen noch einmal in Ruhe erklärt.

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Geschlechter

Hier finden Sie Fragen der Kategorie "Geschlechter".

Viel Erfolg.

Bei einer Kastration werden/wird

Geben Sie die Dauer der Trächtigkeit einer Hündin an.

Kann eine Hündin bei der ersten Läufigkeit schon erfolgreich gedeckt werden?

Wann werden die meisten Hündinnen das erste Mal läufig?

Man ertappt zwei Hunde beim Deckakt in der Phase des „Hängens“. Was kann man tun?

Was versteht man unter dem Begriff Scheinträchtigkeit der Hündin?

Woran erkennen Sie die Läufigkeit einer Hündin?

Welche Nebenwirkungen kann die Kastration einer Hündin hervorrufen?

In welchen Situationen kann eine Hündin von einem Rüden erfolgreich gedeckt und tragend werden ?

Was sind die häufigsten Verhaltensänderungen bei einem Rüden nach der Kastration?

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Test erfolgreich beendet.
Um in die Topliste eingetragen zu werden, füllen Sie bitte das folgende kurze Formular aus:

Die durchschnittliche Punktezahl: 83%

0%

Bestenliste

6 Personen sind bisher dabei. Bei gleichem Ergebnis zählt die schnellere Zeit.

  1. 1 Sonja 1:20 min 100 %
  2. 2 Marina S. 5:56 min 100 %
  3. 3 Patrick S. 3:19 min 97 %
  4. 4 Anke B. 3:58 min 93 %
  5. 5 Lena 2:43 min 87 %
  6. 6 Jutta L. 6:40 min 70 %

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Alle 10 Prüfungsfragen zum Thema Geschlechter – mit Erklärung

Richtig: B und D

  • ❌ A. … beim männlichen Tier die Hoden entfernt, weibliche Tiere werden sterilisiert.
  • B. … die Hoden bzw. die Eierstöcke und ggf. die Gebärmutter entfernt.
  • ❌ C. … die Eileiter bzw. Samenleiter durchtrennt.
  • D. … die Zeugungsfähigkeit unwiederbringlich unterbunden.

Erklärung: Der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation wird im Alltag ständig verwechselt – hier ist er prüfungsrelevant:

KastrationSterilisation
Was passiertKeimdrüsen werden entfernt (Hoden, Eierstöcke, ggf. Gebärmutter)Nur Samenleiter bzw. Eileiter werden durchtrennt
Hormonefallen wegbleiben erhalten
Verhaltenkann sich ändernändert sich nicht
Läufigkeit / Sexualverhaltenentfällt bzw. nimmt abbleibt bestehen
In der Praxisder Regelfallin Deutschland selten
Antwort A beschreibt den verbreiteten Irrtum, Kastration sei etwas für Rüden und Sterilisation für Hündinnen. Tatsächlich gibt es beides für beide Geschlechter – und in Deutschland wird fast ausschließlich kastriert.

📌 Merksatz: Kastration entfernt die Keimdrüsen und damit die Hormone – Sterilisation trennt nur die Leitungen.

Richtig: nur D

  • ❌ A. 3 Monate.
  • ❌ B. Je nach Rasse zwischen vier Wochen und zwei Monaten.
  • ❌ C. 9 Monate.
  • D. 57–63 Tage.

Erklärung: Eine reine Wissensfrage: 57 bis 63 Tage, also etwa neun Wochen. Und sie ist rasseunabhängig – ein Chihuahua trägt genauso lange wie eine Dogge. Praktisch relevant: Weil das Zeitfenster so eng ist, lässt sich der Geburtstermin gut planen. Ab Tag 57 sollte alles vorbereitet sein; eine Trächtigkeit, die über Tag 65 hinausgeht, ist ein Fall für den Tierarzt.

📌 Merksatz: 57 bis 63 Tage – etwa neun Wochen, bei jeder Rasse gleich.

Richtig: A – Ja

  • A. Ja.
  • ❌ B. Nein.

Erklärung: Die kürzeste Frage des Katalogs, und eine mit hoher praktischer Bedeutung: Ja, eine Hündin kann bei der ersten Läufigkeit tragend werden – mit etwa sechs bis zwölf Monaten, also wenn sie selbst noch ein Junghund ist. Körperlich ist das keine gute Idee: Die Hündin ist noch im Wachstum, das Skelett nicht ausgereift. Für Halter heißt das: Ab der ersten Läufigkeit gilt Aufsicht. Kein Freilauf in Gebieten mit unbekannten Rüden.

📌 Merksatz: Schon die erste Läufigkeit kann zur Trächtigkeit führen – ab dann konsequent aufpassen.

Richtig: nur B

  • ❌ A. Wenn sie ausgewachsen sind.
  • B. Zwischen 6 und 12 Monaten.
  • ❌ C. Frühestens mit 18 Monaten.
  • ❌ D. Wenn man sie von Junghundefutter auf Erwachsenennahrung umstellt.

Erklärung: 6 bis 12 Monate – wobei kleine Rassen tendenziell früher, große später läufig werden. Antwort A ist die naheliegende Falle: Die Geschlechtsreife kommt vor der körperlichen Ausreifung. Eine Dogge kann mit zehn Monaten läufig werden, ist aber erst mit zwei Jahren ausgewachsen. Danach folgt die Läufigkeit in der Regel zweimal jährlich, bei manchen Rassen nur einmal. Eine Läufigkeit dauert etwa drei Wochen. Wie der Zyklus der Hündin im Einzelnen abläuft, erklärt der ausführliche Ratgeber.

📌 Merksatz: Erste Läufigkeit zwischen 6 und 12 Monaten – deutlich vor dem Ende des Wachstums.

Richtig: B und D

  • ❌ A. Man sollte den Rüden so schnell wie möglich von der Hündin wegreißen, wenn kein Nachwuchs erwünscht ist.
  • B. Man kann in diesem Moment nichts mehr tun. Danach sollte man so schnell wie möglich, innerhalb der nächsten zwei Tage, zum Tierarzt.
  • ❌ C. Man sollte die Hunde schnellstmöglich mit kaltem Wasser übergießen.
  • D. Man darf die Tiere auf keinen Fall trennen, weil sie schwere Verletzungen an den Geschlechtsorganen bekommen würden. Man muss die gesamte Dauer des Deckaktes abwarten.

Erklärung: Das „Hängen“ ist eine anatomische Besonderheit der Hunde: Der Penisknoten des Rüden schwillt in der Scheide der Hündin an, beide sind für 10 bis 30 Minuten fest verbunden. Eine gewaltsame Trennung – Wegreißen (A) oder Übergießen (C) – kann schwere Verletzungen an den Geschlechtsorganen beider Tiere verursachen. Was zu tun ist: Ruhig bleiben, beide Hunde beruhigen – und warten. Danach innerhalb von zwei Tagen zum Tierarzt, wo über einen Abbruch gesprochen werden kann.

📌 Merksatz: Beim Hängen niemals trennen – ruhig abwarten und binnen zwei Tagen zum Tierarzt.

Richtig: A, B und C

  • A. Es gibt eine normale hormonelle Scheinträchtigkeit im Anschluss an die deckbereiten Tage, unter der eine Hündin aber nicht leidet.
  • B. Hündinnen leiden oft an einer krankhaften Scheinträchtigkeit, die extrem verzögert oder gar nicht abklingt. In dem Fall ist tiermedizinische Hilfe nötig.
  • C. Mögliche Symptome sind Anschwellen des Gesäuges mit oder ohne Milchfluss, Sammeln und Behüten von Spielzeug, Lustlosigkeit und Stimmungsschwankungen.
  • ❌ D. Eine Scheinträchtigkeit tritt nur nach einer misslungenen Bedeckung auf.

Erklärung: Die Unterscheidung zwischen A und B ist der Kern: Eine leichte Scheinträchtigkeit ist normal und stammt aus der Zeit, als im Rudel mehrere Hündinnen die Welpen versorgten. Zum Fall wird es, wenn die Symptome stark sind oder nicht abklingen: geschwollenes Gesäuge mit Milchfluss, Bewachen von Spielzeug als Welpenersatz, Appetitlosigkeit. Dann gehört sie behandelt – auch weil ein dauerhaft milchproduzierendes Gesäuge Gesäugeentzündungen begünstigt. Erste Hilfe zu Hause: Ersatzwelpen (Kuscheltiere) wegnehmen, mehr Beschäftigung, das Gesäuge nicht anfassen oder abmelken. Ausführlich beschrieben ist das im Abschnitt zur Scheinträchtigkeit nach der Läufigkeit.

📌 Merksatz: Leichte Scheinträchtigkeit ist normal – bei Milchfluss und starken Symptomen zum Tierarzt.

Richtig: A, B und D

  • A. Erste Anzeichen können sein, dass Hündinnen plötzlich sehr zum Streunen und Ungehorsam neigen und gereizter gegenüber anderen Hündinnen reagieren.
  • B. Sie setzt häufiger als sonst Urin ab.
  • ❌ C. Sie hat Durchfall.
  • D. Sie blutet aus der Scheide.

Erklärung: Die Zeichen in der zeitlichen Reihenfolge, in der sie meist auftreten:

PhaseDauerZeichen
Vorbrunstca. 9 TageVulva schwillt an, blutiger Ausfluss, häufiges Urinieren, Rüden interessieren sich – die Hündin lehnt noch ab
Brunst (Stehtage)ca. 9 TageAusfluss wird heller, Hündin stellt die Rute zur Seite, ist deckbereit
Nachbrunstmehrere WochenSymptome klingen ab, ggf. Scheinträchtigkeit
Das häufige Urinieren (B) ist kein Zufall: Die Hündin verteilt Duftmarken, die Rüden über große Entfernungen anziehen. Und das Streunen (A) erklärt, warum in dieser Zeit selbst gut erzogene Hündinnen plötzlich nicht mehr zuverlässig hören.

📌 Merksatz: Geschwollene Vulva, blutiger Ausfluss, häufiges Urinieren und Streunen – Durchfall gehört nicht dazu.

Richtig: C und D

  • ❌ A. Kastrierte Hündinnen werden immer dick.
  • ❌ B. Hündinnen werden in aller Regel durch die Kastration ängstlich oder aggressiv.
  • C. Fellveränderungen können auftreten.
  • D. Ein sehr kleiner Prozentsatz der kastrierten Hündinnen wird inkontinent, was im Großteil der Fälle erfolgreich medikamentell behandelt werden kann.

Erklärung: Beide falschen Antworten enthalten das Wort immer bzw. in aller Regel – und genau daran scheitern sie. Zum Gewicht: Der Energiebedarf sinkt nach der Kastration tatsächlich um etwa 20 bis 30 Prozent. Dick wird die Hündin davon aber nur, wenn die Futtermenge nicht angepasst wird – siehe Gesundheit. Die Fellveränderung betrifft vor allem langhaarige Rassen: Das Deckhaar kann weicher und wolliger werden. Die Inkontinenz betrifft einen kleinen Anteil und ist in den meisten Fällen gut behandelbar.

📌 Merksatz: Fellveränderung und selten Inkontinenz sind echte Nebenwirkungen – Dickwerden ist eine Frage der Futtermenge.

Richtig: A und D

  • A. In den sogenannten Stehtagen, wenn der blutige Ausfluss nachlässt und eher fleischwasserfarben wird.
  • ❌ B. Bei der ersten Läufigkeit ist eine erfolgreiche Bedeckung nicht möglich.
  • ❌ C. Nur direkt zu Beginn einer Läufigkeit, wenn der blutige Ausfluss beginnt.
  • D. Wenn es beim Deckakt zum sogenannten „Hängen“ kommt.

Erklärung: Die Stehtage sind der fruchtbare Zeitraum, etwa ab dem 9. bis 11. Tag der Läufigkeit. Das Erkennungszeichen ist der Farbwechsel des Ausflusses: von deutlich blutig zu hell, fleischwasserfarben. Dazu kommt das namensgebende Verhalten – die Hündin steht, stellt die Rute zur Seite und lässt den Rüden zu. Wichtig für die Praxis: Das Ende der Blutung bedeutet nicht Entwarnung, sondern das Gegenteil – genau dann beginnt die gefährlichste Phase. Und Antwort D ist ein Hinweis zur Beurteilung: Kam es zum Hängen, war der Deckakt vollständig.

📌 Merksatz: Wenn die Blutung nachlässt, beginnt die fruchtbare Zeit – nicht umgekehrt.

Richtig: A, B und C

  • A. Abnahme von Streunen nach läufigen Hündinnen.
  • B. Abnahme von Markierverhalten.
  • C. Abnahme von Streitigkeiten mit unkastrierten Rüden.
  • ❌ D. Abnahme von Jagdverhalten.

Erklärung: Die drei richtigen Antworten haben eines gemeinsam: Sie beschreiben hormonell gesteuertes Verhalten. Antwort D fällt heraus, weil Jagdverhalten keine Sexualhormone braucht – es ist eine eigenständige Veranlagung, siehe Ausdrucksverhalten. Ein jagender Rüde jagt nach der Kastration genauso. Das ist die häufigste Fehlerwartung an die Kastration überhaupt: Was hormonell bedingt ist, bessert sich; alles andere – Jagen, Leineziehen, Angstaggression – bleibt.

📌 Merksatz: Weniger Streunen, Markieren und Rivalität – Jagdverhalten bleibt unverändert.

Die Läufigkeit im Überblick

PhaseDauerWas passiertDeckbereit?
Vorbrunst (Proöstrus)ca. 9 TageVulva schwillt, blutiger Ausfluss, Rüden interessieren sichnein
Brunst (Östrus)ca. 9 TageAusfluss wird hell, Hündin steht, Eisprungja
Nachbrunst (Metöstrus)2–3 MonateRückbildung, ggf. Scheinträchtigkeitnein
Ruhephase (Anöstrus)mehrere Monatekeine Aktivitätnein

Zyklus insgesamt: meist zweimal im Jahr, bei manchen Rassen einmal. Erste Läufigkeit: zwischen 6 und 12 Monaten.

Kastration: was sie kann und was nicht

VerhaltenBessert sich durch Kastration?
Streunen nach läufigen Hündinnen✅ ja
Markieren✅ meist
Rivalität mit unkastrierten Rüden✅ meist
Sexuell motiviertes Aufreiten✅ meist
Jagdverhalten❌ nein
Angst und Unsicherheit❌ nein, kann sich verschlechtern
Leineziehen, Anspringen, Ungehorsam❌ nein
Aggression aus Angst❌ nein
Ressourcenverteidigung❌ nein

Rechtlicher Rahmen: Die Kastration ist eine Amputation und braucht nach § 6 Tierschutzgesetz einen vernünftigen Grund – siehe Rechtliches. Medizinischer Hinweis: Bei großen Rassen wird meist empfohlen, bis zum Abschluss des Wachstums zu warten.

Wie weit dieses Wachstum reicht, unterscheidet sich stark: Bei kleinen Rassen ist die Kastration beim Hund ab etwa 12 Monaten vertretbar, bei sehr großen erst mit 18 bis 24 Monaten, weil die Geschlechtshormone den Schluss der Wachstumsfugen steuern.

Rüde oder Hündin – was passt besser?

Eine der häufigsten Fragen vor der Anschaffung, und die ehrliche Antwort lautet: Die Unterschiede innerhalb eines Geschlechts sind größer als die zwischen den Geschlechtern. Was sich trotzdem sagen lässt:

RüdeHündin
Hormonelle Phasendauerhaft, verstärkt bei läufigen Hündinnen in der Nähezweimal jährlich für je etwa 3 Wochen
Typische ThemenMarkieren, Streunen, RivalitätLäufigkeit, Scheinträchtigkeit, Aufsichtspflicht
Größe und Kraftmeist größer und schwerermeist kleiner
VerträglichkeitKonflikte häufiger mit anderen RüdenKonflikte unter Hündinnen können hartnäckiger sein

Wichtiger als das Geschlecht sind Rasseveranlagung, Sozialisierung und Erziehung – siehe Hundewahl.

Läufigkeit und Kastration: Ratgeber zum Weiterlesen

Die Prüfungsfragen decken jeweils nur das Nötigste ab. In diesen Artikeln gehen wir in die Tiefe – für den Alltag mit Hündin und Rüde, weit über die Prüfung hinaus. Wer den Stoff schon sitzen hat, kann die Prüfung unter echten Bedingungen simulieren.