Themenblock · Krankheiten
Hundekrankheiten im Sachkundenachweis: alle 10 Prüfungsfragen
Zoonosen, Zeckenkrankheiten, Magendrehung, Impfungen, Reisekrankheiten: Der Themenblock Krankheiten ist der einzige, in dem bei jeder einzelnen Frage mehrere Antworten richtig sind. Hier findest du alle 10 mit der richtigen Antwort, einer Erklärung der Fehler und einem Merksatz..
Krankheiten in der Sachkundeprüfung: was dich erwartet
Der Fragenkatalog der Tierärztekammer Nordrhein gilt seit dem 1. Januar 2025 und ist seit dem 1. März 2025 verbindlich. Er umfasst 197 Fragen in 20 Themengebieten. In der Prüfung selbst werden daraus 30 Fragen gezogen — in anderer Reihenfolge als im Übungskatalog, damit man die Antworten nicht auswendig lernt, sondern versteht.
Die Sachkundebescheinigung brauchst du in Nordrhein-Westfalen, wenn dein Hund mindestens 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg erreicht (§ 11 LHundG NRW). Abgenommen wird sie von Tierärztinnen und Tierärzten, die von der Tierärztekammer dafür autorisiert sind. Für Hunde bestimmter Rassen gilt § 10 LHundG NRW mit einem eigenen, umfangreicheren Verfahren.
Krankheiten ist eines von zwei Themengebieten, in denen es medizinisch wird — das zweite ist Gesundheit. Beide zusammen stellen 20 der 197 Fragen.
Ein Punkt, an dem hier fast alle Punkte liegen lassen: Bei allen 10 Fragen dieses Themengebiets ist mehr als eine Antwort richtig, keine einzige hat nur eine Lösung. Im Gesamtkatalog trifft das auf 154 der 197 Fragen zu. Wer nach dem ersten passenden Kreuz aufhört, verliert Punkte, auch wenn er das Thema beherrscht.
| Richtige Antworten | Anzahl Fragen |
|---|---|
| zwei | 7 |
| drei | 2 |
| alle vier | 1 |
Teste dich selbst: 10 Fragen zu Hundekrankheiten
Der Test enthält genau die Fragen, die auch in der Prüfung vorkommen können. Du kannst ihn beliebig oft wiederholen. Danach findest du unten alle Fragen noch einmal in Ruhe erklärt.
Bestenliste
7 Personen sind bisher dabei. Bei gleichem Ergebnis zählt die schnellere Zeit.
- 1 Sonja 1:16 min 100 %
- 2 Anke B. 1:57 min 100 %
- 3 Marina S. 2:43 min 100 %
- 4 Jutta L. 5:29 min 88 %
- 5 Lena 2:25 min 81 %
- 6 Patrick S. 2:48 min 81 %
- 7 Max L. 4 s 0 %
Nur angemeldete Hundehalter kommen in die Wertung. Ein kostenloses Konto reicht.
Kostenlos mitspielenAlle 10 Prüfungsfragen zum Thema Krankheiten – mit Erklärung
Warum ist es wichtig, seinen Hund regelmäßig gegen Tollwut impfen zu lassen?
Richtig: B und D
A. Die Tollwutimpfung ist gesetzlich vorgeschrieben.
B. Tollwut ist eine Infektionskrankheit, mit der sich auch Menschen infizieren können.
C. Eine Tollwutimpfung ist überflüssig. Tollwut kommt in Deutschland überhaupt nicht mehr vor.
D. Tollwutgeimpfte Hunde stehen gesetzlich besser da als ungeimpfte. Weiterhin ist sie für die Einreise in viele Länder und die Rückreise nach Deutschland vorgeschrieben.
Erklärung: Deutschland gilt seit 2008 als frei von klassischer Tollwut — deshalb ist die Impfung hier nicht generell vorgeschrieben (A ist falsch). Überflüssig ist sie trotzdem nicht (C ist falsch): Tollwut ist eine Zoonose, sie kann über Speichel und Biss auf Menschen übergehen und verläuft nach Ausbruch praktisch immer tödlich. Für Reisen ins Ausland und die Rückreise ist der Impfschutz Pflicht, und bei einem Beißvorfall steht ein geimpfter Hund rechtlich deutlich besser da.
Merksatz: Tollwutimpfung = Schutz für Menschen + Pflicht für Auslandsreisen.
Was ist zu tun, wenn der Hund seit zwei Tagen Durchfall und Erbrechen hat?
Richtig: A und C
A. Man sollte zum/r Tierarzt/ärztin gehen. Der Hund kann innerhalb weniger Tage in lebensbedrohlicher Weise austrocknen.
B. Man sollte dem Hund Kohletabletten verabreichen.
C. Man muss dafür Sorge tragen, dass der Hund genug Flüssigkeit bekommt, die er auch bei sich behält, notfalls über eine Infusion.
D. Man sollte dem Hund alle zwei Stunden eine kleine Portion Milch geben.
Erklärung: Zwei Tage Durchfall und Erbrechen sind keine Magenverstimmung mehr. Der Hund verliert über beide Wege Flüssigkeit und Elektrolyte; Austrocknung kann innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden — bei Welpen und alten Hunden schneller. Kohletabletten (B) binden zwar Giftstoffe, ersetzen aber keine Diagnose und können die Beurteilung sogar erschweren. Milch (D) ist ungeeignet: Die meisten erwachsenen Hunde vertragen Milchzucker schlecht, das verschlimmert den Durchfall.
Hinter länger anhaltendem, breiigem Durchfall stecken häufig Parasiten. Wie du Giardien beim Hund erkennst und behandelst, und warum sie ohne konsequente Hygiene immer wiederkommen, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
Merksatz: 2 Tage Durchfall + Erbrechen = immer zum Tierarzt. Austrocknung kann tödlich sein.
Gibt es Erkrankungen bei Hunden, gegen die man impfen kann und die Menschen befallen können?
Richtig: B und C
A. Keine.
B. Tollwut, wenn Speichel eines tollwuterkrankten Tieres in die Blutbahn kommt, z. B. durch einen Biss.
C. Leptospirose.
D. Krankheiten befallen immer nur eine Spezies.
Erklärung: Krankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragbar sind, heißen Zoonosen — die Vorstellung, Erreger blieben bei einer Art (A und D), ist falsch. Gegen zwei der wichtigsten kann man den Hund impfen: Tollwut und Leptospirose. Letztere wird über den Urin infizierter Tiere übertragen, oft über Pfützen und stehende Gewässer, und kann beim Menschen als Morbus Weil schwer verlaufen.
Merksatz: Zoonosen mit Impfschutz: Tollwut und Leptospirose.
Die Magendrehung ist eine lebensgefährliche Erkrankung. Welche Aussagen passen?
Richtig: A, B und D
A. Eine Magendrehung tritt hauptsächlich bei großen Hunderassen auf.
B. Hunde sollten direkt nach dem Fressen möglichst eine Ruhepause von zwei Stunden einhalten.
C. Hunde sollen direkt nach dem Fressen laufen, um schneller verdauen zu können.
D. Die meisten Hunde profitieren von zwei bis drei Mahlzeiten am Tag.
Erklärung: Bei einer Magendrehung dreht sich der gefüllte Magen um die eigene Achse, schnürt seine eigene Blutversorgung ab und drückt auf große Gefäße. Ohne Notoperation innerhalb weniger Stunden endet das tödlich. Betroffen sind vor allem große Rassen mit tiefem Brustkorb — Dogge, Schäferhund, Boxer, Setter. Bewegung direkt nach der Mahlzeit (C) ist genau der Risikofaktor, den man vermeiden will. Mehrere kleine Mahlzeiten und zwei Stunden Ruhe danach sind die wirksamste Vorbeugung.
Alarmzeichen: aufgeblähter, harter Bauch, erfolgloses Würgen ohne Erbrechen, Unruhe, Speicheln. Das ist ein Notfall — sofort in die Klinik, nicht bis zum nächsten Morgen warten.
Merksatz: Magendrehung: nach dem Fressen zwei Stunden Ruhe, lieber mehrere kleine Mahlzeiten.
Muss man auf die Zahngesundheit seines Hundes achten?
Richtig: A und D
- ✅ A. Hunde können Probleme mit dem Zahnfleisch und den Zähnen bekommen, was zu erheblichen Leiden, Schmerzen und sogar Folgeschäden an Organen führen kann.
- ❌ B. Nur, wenn der Hund beginnt aus dem Maul zu riechen, kann man sich überlegen, ob man etwas unternehmen möchte.
- ❌ C. Bei Hunden sind die Zähne von Natur aus gesund, wenn man ihnen regelmäßig etwas zum Kauen gibt.
- ✅ D. Häufig merkt man erst, wenn der Hund weniger kaut, schlechter frisst oder aus dem Maul riecht, dass Probleme bestehen. Deshalb ist regelmäßige Kontrolle wichtig.
Erklärung: Zahnstein und Zahnfleischentzündungen sind bei Hunden häufig, und die Folgen bleiben nicht im Maul: Bakterien gelangen über das entzündete Zahnfleisch in die Blutbahn und können Herz, Nieren und Leber schädigen. Hunde zeigen Zahnschmerzen kaum — sie fressen weiter, nur langsamer oder einseitig. Wer bis zum Maulgeruch wartet (B), wartet zu lange. Kauartikel helfen, ersetzen aber weder Zähneputzen noch die Kontrolle beim Tierarzt (C).
📌 Merksatz: Zähne aktiv kontrollieren — Hunde zeigen Zahnschmerzen fast nie.
Was sind Anzeichen eines Flohbefalls?
Richtig: A und C
A. Häufigeres Kratzen als sonst.
B. Ein Hund, der regelmäßig gebadet wird, kann keine Flöhe haben.
C. Beim Kämmen findet man kleine, schwarze Krümel im Fell.
D. Flohbefall kann nur der/die Tierarzt/ärztin mittels eines aufwendigen Testverfahrens feststellen.
Erklärung: Die schwarzen Krümel sind Flohkot, also verdautes Blut. Der einfache Test: Krümel auf ein feuchtes weißes Tuch geben — färben sie sich rotbraun, ist es Flohkot. Dafür braucht es keinen Tierarzt (D ist falsch). Baden schützt nicht (B): Flöhe halten sich im Fell, und der weit größere Teil der Population — Eier, Larven, Puppen — sitzt ohnehin in Teppichen, Decken und Fugen. Deshalb muss bei einem Befall immer auch die Umgebung behandelt werden, sonst kommt er zurück.
Merksatz: Flöhe erkennen: mehr Kratzen + schwarze Krümel im Fell, die auf feuchtem Tuch rot werden.
Was ist beim Verfüttern von Geflügel zu beachten?
Richtig: B und C
A. Hunde sollten generell keine Anteile von Geflügel bekommen.
B. Geflügelknochen splittern leicht und können Verletzungen im Verdauungsapparat verursachen.
C. Hunde sollten kein rohes Geflügelfleisch bekommen, da damit Salmonellen übertragen werden können. Auch Einfrieren tötet sie nicht ab.
D. Beim Verfüttern von Geflügel muss nichts Besonderes beachtet werden.
Erklärung: Geflügel ist ein gutes, gut verträgliches Eiweiß — verboten ist es nicht (A ist falsch). Zwei Dinge sind aber kritisch: Gegarte Geflügelknochen splittern scharfkantig und können Speiseröhre, Magen und Darm verletzen. Und rohes Geflügelfleisch kann Salmonellen enthalten, die auch durch Einfrieren nicht zuverlässig abgetötet werden — ein Risiko für Hund und Halter, weil die Erreger über Kot und Näpfe weitergegeben werden.
Welche Krankheiten können in Deutschland durch Zecken übertragen werden?
Richtig: A und D
A. FSME und Borreliose.
B. Keine.
C. Würmer.
D. Anaplasmose, Babesiose, Ehrlichiose.
Erklärung: Zecken übertragen in Deutschland mehrere Erkrankungen — beim Hund vor allem Borreliose, Anaplasmose und Babesiose (die „Hundemalaria“, die rote Blutkörperchen zerstört). Würmer (C) gehören nicht dazu, die werden anders übertragen. Wichtig ist die Zeit: Die Übertragung von Borrelien beginnt meist erst einige Stunden nach dem Stich. Wer den Hund nach jedem Spaziergang absucht und Zecken zügig entfernt, senkt das Risiko erheblich.
Merksatz: Zecken übertragen Borreliose, FSME, Anaplasmose, Babesiose und Ehrlichiose — schnell entfernen zählt.
Welche Impfungen können für meinen Hund sinnvoll sein?
Richtig: A, C und D
A. Die Grundimmunisierung von Welpen (3 Impfungen im Abstand von 3–4 Wochen mit ca. 8, 12 und 16 Lebenswochen) und die darauffolgende Impfung nach einem Jahr.
B. Impfungen braucht mein Hund nur, wenn ich mit ihm ins Ausland fahren möchte.
C. Auffrischungsimpfungen gegen Parvovirose, Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Tollwut und Zwingerhusten-Komplex.
D. Wenn Impfungen von vielen nicht vorgenommen werden, nehmen die entsprechenden Krankheiten und daraus entstehende Todesfälle wieder zu.
Erklärung: Die Grundimmunisierung im Welpenalter ist die Basis: Der Schutz durch die Muttermilch lässt nach, und erst die Wiederholungen im Abstand von drei bis vier Wochen bauen einen belastbaren eigenen Schutz auf. Impfungen nur für Auslandsreisen (B) verkennt, wogegen geimpft wird: Parvovirose und Staupe sind hier heimisch und für ungeimpfte Hunde oft tödlich. Antwort D beschreibt den Herdenschutz — je mehr Hunde geimpft sind, desto seltener zirkulieren die Erreger überhaupt.
Merksatz: Welpen: 3 Impfungen plus Auffrischung nach einem Jahr — danach regelmäßig weiter.
An welchen Erkrankungen leiden Hunde oft, wenn sie aus Süd- oder Osteuropa kommen?
Richtig: alle vier – A, B, C und D
A. Leishmaniose.
B. Ehrlichiose, Anaplasmose, Babesiose.
C. Rickettsiose.
D. Herzwürmer.
Erklärung: Die einzige Frage im Block, bei der alle vier Antworten stimmen — ein typischer Prüfungsstolperstein. Diese Erkrankungen fasst man als Reisekrankheiten oder Mittelmeerkrankheiten zusammen. Übertragen werden sie von Sandmücken, Zecken und Stechmücken, die es in Südeuropa gibt und die hier bisher kaum vorkommen. Tückisch ist die Inkubationszeit: Leishmaniose kann Monate bis Jahre nach der Ansteckung ausbrechen. Ein Hund aus dem Auslandstierschutz sollte deshalb nach der Übernahme getestet werden — und bei unklaren Symptomen auch Jahre später noch daraufhin untersucht werden.
Merksatz: Auslandshund = immer auf Mittelmeerkrankheiten testen lassen, auch Jahre später.
Selbst beobachten oder direkt zum Tierarzt?
Viele Beschwerden darf man ein bis zwei Tage in Ruhe beobachten. Andere nicht. Ein aufgeblähter, harter Bauch mit erfolglosem Würgen, der Verdacht auf eine Vergiftung oder ein Zustand, der sich innerhalb weniger Stunden verschlechtert, gehört ohne Umweg in die Praxis oder in die Klinik.
Das gilt auch für Mittel, die als sanft gelten. Homöopathie beim Hund kann eine tierärztliche Behandlung begleiten, bei ernsten Erkrankungen ersetzt sie diese aber nicht.
Krankheiten beim Hund: Ratgeber zum Weiterlesen
Die Prüfungsfragen decken jeweils nur das Nötigste ab. In diesen Artikeln gehen wir in die Tiefe – für den Alltag mit Hund, weit über die Prüfung hinaus. Der erste Schritt bei jedem Krankheitsverdacht bleibt derselbe: Temperatur, Puls und Atmung prüfen. Wer den Stoff schon sitzen hat, kann die Prüfung unter echten Bedingungen simulieren.


